Schallschutzsysteme

Durch einfache konstruktive Maßnahmen können Rigips Montagewände ohne Veränderung des Grundsystems den unterschiedlichsten bauphysikalischen Anforderungen gerecht werden. So werden z.B. durch Vergrößerung des Wandhohlraumes (Abstand der Beplankungsschalen) und/oder durch größere Dicke der Hohlraumdämpfung bzw. durch 1- oder 2-lagige Beplankungen Schalldämmwerte Rw von 42 dB bis 78 dB erzielt.

In der Praxis bedeutet dies, dass Ihr Wohnkomfort mit RIGIPS Schallschutzsystemen deutlich steigt!

Qualitätssiegel für geprüften Schallschutz

Die bauphysikalischen Werte der RIGIPS Systeme sind ab sofort noch transparenter. Die Staatliche Versuchsanstalt am TGM, Fachbereiche Akustik und Bauphysik (TGM - FB AB), hat den geprüften Systemen von Saint-Gobain Rigips Austria das Label „tgm FB AB geprüft“ verliehen. Das Label garantiert nun erstmalig mit einem Qualitätssiegel die Anwendungs- und Einbausicherheit von RIGIPS Systemen – sogar der Prüfaufbau wird überwacht. Architekten, Planer und ausschreibende Stellen sowie Verarbeiter können also sicher sein, dass es sich bei den Schalldämm-Maßen nicht nur um Buchwerte, sondern um offiziell geprüfte Daten handelt, die ein höchstes Maß an Qualitätssicherheit garantieren. Jedenfalls für drei Jahre – die Gültigkeit des Labels.

Anwendungs- und Einbausicherheit

Die akkreditierte und notifizierte Prüf- und Überwachungsstelle TGM - FB AB garantiert, dass alle Prüfungen normgerecht durchgeführt werden. Das TGM-Label zeigt auf, dass der Antragsteller Systeme anbietet, die sowohl Planungs- und Verarbeitungssicherheit als auch Anwendungs- und Einbausicherheit bieten sofern alle geprüften Systemkriterien eingehalten werden.

In punkto Sicherheit geht die Prüfstelle noch einen Schritt weiter: Der Antragsteller wird vom TGM - FB AB verpflichtet, Qualitätsänderungen einer oder mehrerer Systemkomponenten noch bevor diese in Verkehr gebracht werden zu melden. Bei Änderungen erlischt das Recht zur Verwendung des Labels, es sei denn der Antragsteller lässt die Gleichwertigkeit durch Prüfungen im TGM - FB AB nachweisen. Sollte das Recht auf Verwendung des Labels erlöschen, so hat der Antragsteller unverzüglich eine Information über den Widerruf in seinen Firmenpublikationen z.B. Website, etc. zu veröffentlichen.

Transparenz und Qualitätsbewusstsein werden durch das „tgm FB AB geprüft“- Label noch weiter gestärkt, freut man sich bei Rigips Austria über die erneute Vorreiterrolle in der Branche.

Was bedeutet Schall?

Schallwellen sind Druckschwankungen in einem elastischen Medium.
Das Medium kann gasförmig (Luftschall), flüssig (Wasserschall) oder fest (Körperschall) sein.
Die Bewegung wird auf das benachbarte Teilchen durch Anstoßen übertragen. Es kommt zur Verdichtung und Verdünnung der Materie und zur Fortpflanzung des Schalls.
Im Vakuum ist keine Materie vorhanden und daher gibt es keine Schallausbreitung bzw. keine Akustik.

Was bedeutet Frequenz?

Die Häufigkeit des Wechsels des Luftdrucks (bei Luftschall) nennt man Frequenz.
Gemessen wird sie in Hertz (Hz), 1 Hz = eine Schwingung pro Sekunde

Die Frequenz bestimmt bei der Schallwiedergabe die Tonhöhe.

In der Akustik entspricht eine Verdoppelung der Frequenz dem Intervall einer Oktave. Als kleinere Intervalle sind Terzen (1/3 Oktaven) gebräuchlich. Frequenzen zwischen 20 Hz und 20.000 Hz sind für das menschliche Gehör wahrnehmbar, dies entspricht etwa 10 Oktaven.

Individuelle Unterschiede sind groß und mit zunehmendem Alter sinkt die obere Grenze erheblich ab.

Schall mit einer Frequenz von unter 16 Hz bezeichnet man als Infraschall, oberhalb von 20 kHz als Ultraschall und oberhalb von 1.000.000.000 Hz (1 GHz) als Hyperschall.

Hörbereich, Hörfläche, Hörfeld - gibt es Unterschiede?

Nein. Die Hörfläche wird auch Hörbereich oder Hörfeld genannt. Sie ist jener Pegel-und Frequenzbereich von Schall, den das menschliche Gehör wahrnehmen kann. Das Lautstärkeempfinden wird durch den Schalldruck und durch die Frequenz bestimmt.

Die vier Grenzbereiche der Hörfläche (Hörschwelle, Schmerzschwelle, tiefste- und höchste Frequenz) werden als Hörgrenze bezeichnet. Die Hörschwelle gibt den gerade noch hörbaren Schallpegel an, nach oben wird die Hörfläche von der Schmerzschwelle bestimmt.

Die höchste vom Menschen hörbare Frequenz begrenzt die Hörfläche bei etwa 16.000 - 19.000 Hz, die tiefste Frequenz liegt bei etwa 16 - 21 Hz. 
Zwischen 2.000 Hz und 5.000 Hz hören Menschen am besten – die Hörschwelle ist dort am niedrigsten und hier treten auch die meisten Laute der gesprochenen Sprache auf. Das Sprachfeld und das Musikfeld sind jene Frequenz- und Pegelbereiche, die für die Wahrnehmung von Sprache oder Musik besonders wesentlich sind und werden in der Hörfläche oft gesondert dargestellt.

Hörfläche eines (normalhörenden) Menschen als Schallpegel in Abhängigkeit von der Frequenz

Was bedeutet Dezibel (dB)?

Der Schalldruckpegel wird in Dezibel (dB) gemessen
Die Hörschwelle liegt bei 0 dB. Lautstärken um etwa 50 dB sind für das menschliche Gehör angenehm, wohingegen bei ca. 100 dB die Unbehaglichkeitsschwelle und bei ~ 120dB die Schmerzgrenze erreicht sind.

Die dB-Werte sind auf den ersten Blick linear, 120 dB scheinen also doppelt so laut wie 60 dB. Dies ist aber falsch. Die Dezibelskala ist logarithmisch aufgebaut, denn sie beachtet die Eigenheit des menschlichen Gehörs, niedrige Schalldruckpegel stark voneinander zu unterscheiden, wogegen im hohen dB-Bereich sogar große Unterschiede nicht genau wahrgenommen werden.

Eine Kreissäge scheint also für den Menschen nicht doppelt so laut ist wie ein normales Gespräch, sondern der relative Schalldruck ist ~ 1.000 Mal höher.

Änderungen der Lautstärke um 1 dB kann man nur unter bestimmten Voraussetzungen wahrnehmen; eine Änderung um 10 dB entspricht aber etwa einer Verdopplung bzw. Halbierung der subjektiv empfundenen Lautstärke. 

Da das menschliche Gehör tiefe und hohe Töne leiser als den Bereich der mittleren Frequenzen wahrnimmt, werden die ermittelten Schalldruckpegel umgerechnet. Der Lautstärkeeindruck kann dadurch realistischer abgebildet werden.
Der Schallpegel wird dabei nach einer bestimmten Bewertungskurve A korrigiert – die resultierenden Schallpegel werden in dB(A) angegeben. Schallpegel mit tiefen sowie hohen Frequenzen werden nach unten geändert, da sie vom Menschen auch leiser wahrgenommen werden. (Bei sehr tiefen Frequenzen ist dieser Effekt besonders stark ausgeprägt.)

Ist Lärm messbar?

Nein. Lärm ist unerwünschter, unangenehmer und leider immer öfter schädlicher Schall. Schall ist als physikalische Größe genau messbar –Lärm ist jedoch ganz individuell und daher nicht objektiv messbar. Größen wie Empfindlichkeit sowie die innere Beurteilung spielen eine entscheidende Rolle, was als Lärm empfunden wird.

Beispiele: 
Laute Musik finden manche Personen schön, andere fühlen sich gestört und wieder andere lässt sie völlig kalt. 
Motorengeräusche empfinden einige als schöne Hintergrundgeräusche beim Autospaß, anderen dagegen vergeht der Spaß beim Straßenlärm mit Motorgengeräuschen inklusive. Finden Sie in diesem Video eine amüsante Erklärung von subjektivem Lärmempfinden.

Ab 100 dB wird es zu laut für die Ohren und es kann zu langfristigen Gesundheitsschäden kommen. Die Gesundheit kann auch schon bei niedrigeren, nicht-gehörschädigenden Schallpegeln beeinträchtigt werden. Lärm als psychosozialer Stressfaktor stört nicht nur die Lebensqualität und das subjektive Wohlempfinden. Es kommt auch zu messbaren Beeinträchtigungen der Gesundheit im engeren Sinn. Lärm aktiviert das autonome Nervensystem und das hormonelle System. Die Folge daraus können Veränderungen des Blutdrucks, der Herzfrequenz und anderer Kreislauffaktoren sein. Auch Aggressionen und zwischenmenschliche Spannungen können ebenso Folgen von Lärm sein wie ein erhöhtes Risiko von Schlaganfall, Herzinfarkt und Tinnitus. Lärmquellen verhindern zudem Erholung, Regeneration sowie Schlaf und beeinträchtigen besonders die Konzentrations- und Leistungsfähigkeit.
Der Körper schüttet vermehrt Stresshormone aus, die ihrerseits in Stoffwechselvorgänge des Körpers eingreifen. Die autonomen Reaktionen des Nervensystems treten auch im Schlaf und bei Personen auf, die meinen, sich an Lärm gewöhnt zu haben.

FAQ - Schallschutzsysteme

FAQ - Schallschutzsysteme

Was sind die bestmöglichen Schalldämmwerte bei Gipskarton-Ständerwänden?
Die verfügbaren Prüfstände haben einen Längsschalldämmwert von ca. 82 dB. Das heißt,  höhere Schalldämmpegel können nicht gemessen werden. Der mit einer mehrfach beplankten Gipskartondoppelständerwand bislang beste gemessene Schalldämmwert liegt bei 78 dB. Die mit herkömmlichen Konstruktionen (doppelt beplankte Doppelständerwand, Hartgipsplatten) bestmöglichen Schalldämmwerte liegen bei 72 dB.

Wie kann man sich die Schalldämmeigenschaften von Trockenbaukonstruktionen hinsichtlich der üblichen dB-Wert–Angaben vorstellen?
Die subjektive Wahrnehmung im benachbarten Raum bei Dntw-Werten ist wie folgt:

  • 32 dB untere Grenze für Luftschalldämmung, für Raumtrennung ohne Anforderungen an den Schallschutz
  • 37 dB normale Sprache verständlich
  • 42 dB normale Sprache gerade noch verständlich
  • 47 dB laute Sprache gerade noch verständlich
  • 52 dB Radio: normale Lautstärke gerade noch hörbar
  • 57 dB Radio: normale Lautstärke nicht hörbar, lauter Apparat gerade noch hörbar
  • 62 dB laut eingestellter Radioapparat unhörbar

Achtung: für die Situation im eingebauten Zustand sind die Dntw-Werte maßgeblich, (Schalldämmwert des Trennbauteils mit Berücksichtigung der tatsächlichen Nebenwege) Die Rw-Werte geben nur den Schalldämmwert des Trennbauteiles an, ohne Berücksichtigung von Schallnebenwegen (z.B. durch flankierende Bauteile).