Nachhaltiges Bauen mit Gebäudezertifizierung

Gebäudezertifizierungen werden weltweit für Investoren immer wichtiger und boomen nun auch in Österreich. Dabei werden Bauprojekte bewertet, inwieweit sie nachhaltig geplant, errichtet und betrieben werden und machen dies gegenüber Eigentümern, Nutzern und der interessierten Öffentlichkeit sichtbar – meist in Form eines Gütesiegels, das die erhobenen Kennwerte zusammenfasst.

Zertifizierungssysteme geben dem Planungs- und Ausführungsprozess einen verbindlichen sowie einheitlichen Rahmen und dienen als Qualitätssicherungsinstrument.
Bei der Beurteilung der Nachhaltigkeit von Gebäuden muss man mit Unschärfen leben: Eindeutige Beurteilungskriterien fehlen. Die unzähligen am Markt vertretenen Öko-Gebäudelabels messen alle nach unterschiedlichen Kriterien. Vergleichbar sind sie dadurch nicht.

Grundsätzlich soll der Zertifizierungsprozess bereits im frühen Stadium der Projektentwicklung einsetzen und Planung und Ausführung begleiten - deshalb braucht es auch Planer als Know-how-Träger, die die konkreten Anforderungen von Beginn in ihre Planung integrieren.

Folgend haben wir eine Übersicht über die derzeit relevanten Zertifizierungssysteme in Österreich erstellt bzw. finden Sie hier eine kompakte Übersicht über die Systeme und wie RIGIPS Sie bei der Gebäudezertifizierung unterstützt:

Zur Bewertung der Nachhaltigkeit von Gebäuden sind Daten über die verwendeten Baustoffe notwendig. Mit einer Umweltproduktdeklaration (EPD: Environmental Product Declaration) werden Informationen über die Umweltauswirkungen einzelner Produkte bzw. Baustoffe gegeben und somit eine Gebäudezertifizierung ermöglicht. RIGIPS Austria stellt neben Umweltproduktdeklarationen für alle in Bad Aussee produzierten Platten (in allen Stärken) auch Deklarationen für wesentliche RIGIPS Wand- und Deckensysteme zur Verfügung.


BREEAM (seit 1990)

BREEAM (BRE Environmental Assessment Method) stammt aus Großbritannien und wurde im Jahr 1990 ins Leben gerufen. Es ist das älteste international anerkannte Gebäudezertifikat. BREEAM Europe existiert für mehrere Gebäudetypologien, sowohl für Neubauten als auch für Bestandsgebäude und Sanierungen. Die Kriterien sind umfassend und werden in verschiedene Kategorien unterteilt, die unterschiedlich gewichtet werden. Dabei stellen Management und Energie die wichtigsten Kategorien dar.


DGNB (seit 2007)

Das DGNB (Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen) Zertifikat beurteilt den gesamten Lebenszyklus eines Gebäudes und nicht einzelne Maßnahmen. DGNB wird in Österreich vom ÖGNI zertifiziert. Die Bewertung erfolgt durch eine prozentuelle Aufteilung in sechs unterschiedlich gewichtete Themenfelder. Diese sind die ökonomische, ökologische, soziokulturelle und funktionale Qualität. Weiters die Standort-, Prozess- sowie technische Qualität. Die nachhaltige Gesamtperformance eines Gebäudes wird anhand von rund 40 verschiedenen Kriterien systemübergreifend bewertet, wie z. B. Thermischer Komfort, Barrierefreiheit und Schallschutz.


LEED (seit 1998)

Das Zertifizierungssystem LEED wurde vom U.S. Green Building Council (USGBC) entwickelt. Es ermöglicht Gebäudebetreibern und Eigentümern ein strukturiertes Vorgehen, sowie messbare Maßnahmen für Planung, Bau, Betrieb sowie Instandhaltung von Green Buildings. Das Zertifizierungssystem deckt im Wesentlichen die ökologischen und sozialen Dimensionen der Nachhaltigkeit ab. Schwerpunkte sind die Wasser- und Energieeffizienz, die Reduzierung der CO2-Emissionen, eine behagliche Innenraumqualität sowie die Verringerung des Ressourcenverbrauchs.


ÖGNB (seit 2002)

Die ÖGNB - Österreichische Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen - verwendet das als Folge der Green Building Challenge entwickelte TQB (Total Quality Building) für die Erfassung und Bewertung von Gebäuden. Der Schwerpunkt bei der Bewertung liegt auf der gleichmäßigen Gewichtung aller Nachhaltigkeitsaspekte. Im Rahmen der Bewertung wird unterschieden zwischen der Nutzung als Wohnbau oder Dienstleistungsgebäude wie z.B. Büro, Hotel & Gastronomie, Bildungs- oder Industriebauten. Darüber hinaus ist das Bewertungssystem TQB zu 100 Prozent mit den klima:aktiv Gebäudestandards kompatibel.