Glück Auf - Die Highlights der Jubiläumsfeier 150 Jahre Bergbau in Puchberg

Glück Auf - Die Highlights der Jubiläumsfeier 150 Jahre Bergbau in Puchberg

 

Am 4.12. wird traditionell das Fest der Hl. Barbara, der Schutzpatronin der Bergleute, gefeiert. 2010 hat Rigips Austria dieses Datum zum Anlass genommen, um 150 Jahre Bergbau in Puchberg zu feiern!

Nationale und internationale Gäste konnten zur Festmesse in der Pfarrkirche Puchberg und dem anschließenden Festprogramm begrüßt werden: So unter anderem der Abgeordnete zum Europ. Parlament, Mag. Othmar Karas, LAbg. Hermann Hauer, Gyproc Managing Director Belgien Rini Quirijns, der Geschäftsführer des Fachverbandes Steine & Keramik Dr. Carl Hennrich, Mag. Astrid Brandstetter als Vertreterin der BH Neunkirchen und natürlich Kolleginnen und Kollegen aller 3 österreichischen Unternehmensstandorte sowie unserer EAR-Niederlassungen.

Unter musikalischer Begleitung der Trachtenkapelle Puchberg bewegte sich der Festzug zur Schneeberghalle, wo das Festmenü sowie die Ehrung langjähriger KollegInnen stattfanden.
Ebenfalls geehrt wurde Ing. Peter Giffinger: Ihm wurde durch Dr. Hennrich das Verdienstzeichen des FV Steine & Keramik verliehen.
Eine Foto-Ausstellung sowie ein kurzweiliger Vortrag durch den Technischen Direktor, Reinhard Balling, informierte die Gäste über die wechselvolle Geschichte des Puchberger Unternehmensstandortes, der seit 1980 in Rigips-Besitz ist und mittlerweile zu einem führenden Kompetenzzentrum innerhalb der Saint-Gobain-Gruppe ausgebaut wurde.

 

Rigips-Säcke eignen sich hervorragend zur festlichen Dekoration der Schneeberghalle! (Foto: Pfeiffer)
Die Trachtenkapelle Puchberg bei der musikalischen Begrüßung der Besucher der Festmesse. (Foto: Pfeiffer)
Die Rigips-Geschäftführung spricht langjährigen MitarbeiterInnen Dank aus. (Foto: Pfeiffer)
In der Pfarrkirche Puchberg, v.l.n.r.: Michael Knabl (Bgm. Puchberg), Ing. Peter Leditznig (GF Vertrieb Rigips), Dr. Carl Hennrich (GF FV Stein & Keramik), Mag. Wolfgang Berger, Ing. Peter Giffinger (Vorsitzender d. GF Rigips), Mag. Othmar Karas ( Abg. Eu
Herrliches Winterwetter ließ die Festgäste vor der Pfarrkirche strahlen! V.l.n.r.: Ing. Peter Leditznig (GF Vertrieb Rigips), Ing. Peter Giffinger (Vorsitzender d. GF Rigips), KR Michael Koch (Bauwelt Koch), Dr. Reinhard Balling (Techn. Direktor Rigips),
Stellvertretend für alle MitarbeiterInnen wird Ing. Peter Giffinger (GF Rigips) mit dem Ehrenzeichen des Fachverbandes Steine & Keramik durch Dr. Carl Hennrich (GF d. FV) ausgezeichnet! (Foto: Vital)
Die wechselvolle Geschichte des Bergbaues in Puchberg wird den Gästen von Dr. Reinhard Balling (Techn. Direktor Rigips) präsentiert. (Foto: Pfeiffer)
 

Der Beginn einer Erfolgsstory

Eigentlich lässt Wenzel Günter, der Direktor der Wr. Neustädter Lokomotiv-Fabrik, im Puchberger Becken nach Kohle suchen... - doch er fand Gips!
Wenzel erwirbt 1860 daher ein Grundstück, beginnt mit dem Abbau, und baut zusätzlich eine kleine Gipsmühle und eine Brennerei.

Auch andere Industrielle wollen bald vom gutgehenden Gipsgeschäft profitieren - deshalb versucht es auch Johann Clemens Riegler mit der Gipsproduktion und errichtet 1867 2 weitere kleine Gipswerke.

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Der Gips-Abbau anno dazumal

Die ersten Stollen (Willy-Stollen und Gretel-Stollen) wurden waagrecht in den Berg getrieben. Ein Bergmann hat einen Eisenbohrer gehalten, während ein zweiter mit dem Hammer darauf einschlägt. Der Bohrer, der eine flache Schneide hatte, wird gedreht, sodass der Gipsstein ausbricht und mit einem „Kratzerl“ herausgeputzt werden kann. Die so entstandenen Bohrlöcher wurden mit Sprengstoff gefüllt, mit Lehm abgedichtet und gesprengt.

Schon damals wurden – genauso wie heute – strenge Sicherheitsauflagen der Behörden eingehalten. Nach der Sprengung wurde das Rohsteinmaterial in die Hunte verladen und über einen Schienenstrang händisch bzw. später mit Hilfe von Ochsen herausgezogen. Pferde wären zwar schneller gewesen, Ochsen sind aber genügsamer.
Hilfsarbeiter haben dann den Rohstein mittels Eisenschlägel zertrümmert und auf den „Kollergang“ geschaufelt, wo er fein zermahlen wurde. Nach dem Brennen wurde das fertige Produkt – anders als heute – in Holzfässern abgepackt. Erst ab 1890 ist man auf Jute-Säcke umgestiegen.

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Es kann nur Einen geben...

Mit dem Kauf der Schürfrechte von Riegler´s Betrieb wird Wilhelm Frey 1910 Herr über den gesamten Gipsabbau im Puchberger Becken. Er produzierte damals neben den Stuckelementen auch bereits – Gipsdielen!

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Wechselnde Besitzer

Im März 1918 erwirbt Emanuel Slama das Gipswerk mit den dazugehörigen Grundstücken.
1926 geht das Gipswerk in das Eigentum der Gipswerke Schottwien-Semmering AG über.

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Beginn des Abbaus Über Tag

Etwas unklar ist die weitere Besitzer-Folge: 
Die Ungarische Kohle AG war bis Ende der 40-er Jahre Eigentümer. Danach kaufte seine Durchlaucht, der Fürst zu Liechtenstein, den Betrieb. 

Im Jahr 1950 wurde begonnen, statt unter Tag über Tag Gips zu fördern. Wir können 2010 nicht nur 150 Jahre Bergbau in Puchberg feiern, sondern auch 60 Jahre Tagbau. Schon damals wurde auf die „Renaturierung“ geachtet: Das Abraummaterial wurde auf Kipphunte verladen, und diese dann wiederum mittels Dieselloks zu jenen Tagbau-Teilen gebracht, wo der Gipsrohstein schon abgebaut wurde. So wurde gesorgt, dass sich die offene Fläche nicht zu sehr vergrößerte.

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Puchberg wird Rigips

Im Jahr der Unabhängigkeit Österreichs, im „Wirtschaftswunderjahr“ 1955, hat sich die Produktivität des Werkes deutlich erhöht:

  • Die Befeuerungsanlage der Brennerei wurde von Kohle auf Öl umgestellt. Dadurch musste die Kohle nicht mehr händisch geschaufelt werden.
  • Außerdem wurde erstmals für die Verladung des Gipsrohsteins in die Kipphunte eine Laderaupe angekauft – das mühsame händische Schaufeln entfiel. Statt händisch 22 Hunte je Schicht zu füllen, konnten mit der Laderaupe 130 Hunte befüllt werden!

Im Jahr 1980 beginnt „Rigips“ eine Rolle in Puchberg zu spielen: der Schweizer Financier Schmidheiny, der zu diesem Zeitpunkt Eigentümer der Gipswerke ist, gibt den Betrieb an Rigips ab. Wir können daher auch 30 Jahre Rigips in Puchberg feiern!

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Das Werk Puchberg heute

Heute sind wir stolz auf unser Werk in Puchberg:
57 Kolleginnen und Kollegen garantieren einen reibungslosen Ablauf – vom Bergbau bis zur Verladung. Innerhalb der SG-Gruppe ist Puchberg ein Kompetenzzentrum für Pulverprodukte mit eigener Forschung & Entwicklung.

Das Sortiment umfasst

  • Fugenfüller
  • Handputze
  • Spachtelmassen
  • Stuckgips
  • Anhydrit

Das Werk Puchberg liefert quer durch Europa – von England, über die skandinavischen und baltischen Länder, über Belgien, Deutschland, in unsere östlichen Nachbarländer wie Polen, Ungarn oder Tschechien, nach Russland, in die Ukraine bis hin zu Italien. Wir beliefern die zur Rigips Austria Organisation gehörigen Ex-jugoslawischen Länder ebenso wie Rumänien, Griechenland und sogar die Türkei.  

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